I. Auf der Suche nach…

Die aktuelle Situation weltweit und vor allem in Europa beschäftigt immer mehr Menschen, somit auch mich – in letzter Zeit von Tag zu Tag stärker.

Die Zahl, die mir in den letzten Tagen zu Ohren kam, hat mich noch tiefer zum Nachdenken animiert – über 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht aus unterschiedlichen Gründen.


Natürlich suchen viele in der Ferne ein wirtschaftlich besseres Umfeld um zu leben. Dabei sind die Gründe für das Verlassen der Heimat bei den meisten mehr als eine Sorge den eigenen Wohlstand auf Kosten von anderen zu verbessern. Die Angst und Ungewissheit vor dem Morgen plagt täglich unzählige und drängt sie Entscheidungen zu treffen, für die es keine Alternativen gibt. Es wird für jeden einzelnen eine schmerzhafte Entscheidung bleiben, alles hinter sich zu lassen, das soziale Umfeld, die geliebte Familie, zahlreiche Freunde, die vertraute Umgebung und einen Teil der eigenen Identität.

Die Entwurzelung hinterlässt Spuren und lässt so manches absterben. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aber setzt Kräfte des Durchhaltens und des Vergessens frei, sodass es zeitweise gelingen mag all das Durchlebte zu verdrängen, allerdings niemals zu vergessen – die Wunden verheilen zwar, jedoch hinterlassen sie Narben.

Viele von uns mögen diese nicht direkt erkennen, verschleiert durch die eigenen alltäglichen Sorgen und Probleme, und doch sind sie da – die Seele jedes Betroffenen ist von so mancher Narbe gezeichnet. Wenn wir es allerdings schaffen uns gegenseitig in die Augen zu schauen, werden wir womöglich schemenhaft mehr erblicken, als nur die Farbe der Iris.

Sobald wir uns auf all dies einlassen, wird uns bewusster, wie gut es den meisten von uns geht. Ungeachtet dessen, welche Probleme wir im Alltag bewältigen mögen, haben wir die Möglichkeit in einem freien Land zu leben, unterstützt von einem ausgereiften sozialen System.

Da es keine Perfektion gibt, können und finden wir viele Unstimmigkeiten in unserem demokratischen System und dessen Strukturen. Seien wir kritisch und reformfreudig, jedoch seien wir zugleich glücklich und zufrieden mit den Errungenschaften und den Möglichkeiten, die wir haben.


Glücklich zu leben, heißt auch – sich des Glücks bewusst zu sein oder zu werden.

Jeder hat andere Voraussetzungen und Möglichkeiten sein Glück zu teilen, die Voraussetzung dafür ist auch stets der Wille dazu. Oft sind es nicht große finanzielle Möglichkeiten, die das Teilen ermöglichen oder große Taten – eher ist es die Aneinanderreihung von kleinen Perlen, die eine „Kette des Glücks“ zum Strahlen bringt. Nehmen wir uns die eine oder andere Minute Zeit um in uns zu gehen – vielleicht reicht es schon um einer Idee, Eingebung oder dem einfachen Bauchgefühl zu folgen um Gutes zu tun.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht seine Artgenossen um zu leben und glücklich zu sein – keiner ist fähig auf Dauer alleine zu überleben ohne Schaden zu nehmen, sei es ‚nur‘ auf der psychischen und emotionalen Ebene. Er ist auch ein Meister des Verdrängens, was ihm sicherlich hilft das eine oder andere Tal zu durchwandern – und doch bleibt er ein empfindsames Individuum, das aus seinen Erfahrungen und Fehlern lernt und die Fähigkeit besitzt sich stets weiter zu entwickeln.

Seien und bleiben wir Menschen – aber stets die Menschlichkeit vor Augen.

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gambini Verfasst von:

2 Kommentare

  1. Reiner
    31. Juli 2015
    Antworten

    Hallo mein lieber Autor,

    vielen Dank für diese Zeilen.
    Sie vermitteln das aktuelle Geschehen in wohlgwählten Worten. Diese regen zum nachdenken an und man muss schon dankbar sein in einem recht freien Land nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben. Und ja man muss offen sein für jeden Menschen.
    Gruß Reiner

    • gambini
      gambini
      31. Juli 2015
      Antworten

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar!
      Es freut mich sehr, dass Dir mein Beitrag gefällt und zugleich zum Nachdenken anregt – das ist auch meine Intention.
      Allerdings müssen wir dankbar sein für all die erworbenen und erkämpften Freiheiten, die uns als so selbstverständlich erscheinen, es jedoch keineswegs sind.
      Seien wir offen für Veränderungen, die das Leben ausmachen und zu unserer Entwicklung beitragen, sowie die unserer Gesellschaft.
      Gruß Gambini

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